Diversifizierte Asset-Allokation hat doch ihre Vorzüge

Diversifizierte Asset-Allokation hat doch ihre Vorzüge

Jahrelang galt man als ausreichend diversifiziert, wenn man den MSCI World in seinem Portfolio hatte. Wenn wir ehrlich sind, hätten oft auch schon sieben Werte ausgereicht. Und das Ganze schien endlos weiterzulaufen, denn jeder Zufluss in die gehypten MSCI-World-ETFs oder auch S&P-ETFs führte zu weiteren Kurssteigerungen. Da zudem die Quartalsergebnisse der „Magnificent Seven“ (die sieben größten US-Technologieaktien) häufig positiv überraschten, spielten irgendwann die Bewertungen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Das ging so lange gut, bis das chinesische Unternehmen DeepSeek bekanntgab, dass es auf KI-Ebene mit deutlich weniger Aufwand die gleiche Leistung erbringen könne wie die führenden US-Unternehmen. Seitdem hat sich die Situation verändert.

Entwicklung auf den deutschen und europäischen Märkten

Aktuell scheint der deutsche und auch der europäische Aktienmarkt durch die als „Vermögen“ bezeichnete Mega-Neuverschuldung des Bundes etwas Oberwasser zu bekommen. Dies zeigt sich sowohl in einer besseren Performance im Vergleich zum US-Markt als auch durch eine Währung, die sich freundlich entwickelt hat. Gleichzeitig haben die Rentenmärkte einen Anstieg der Inflation antizipiert.

Die Notwendigkeit einer breiten Diversifikation

In diesen Zeiten, die durch hohe politische, geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt sind, macht es wieder Sinn, breit aufgestellt zu sein. So war es in diesem Jahr vorteilhaft, neben den zweifellos überall vertretenen US-Aktien auch einige europäische Aktien im Portfolio zu haben. Auch bei Anleihen sollte man sich breiter aufstellen, denn die vermeintlich „sicheren“ 10-jährigen deutschen Staatsanleihen gerieten nach dem Katastrophenjahr 2022 durch das Schuldenpaket erneut unter starken Druck.

Weitere Optionen können im Rahmen der Diversifikation ebenfalls eine Rolle spielen, wie etwa Edelmetalle, deren Minenaktien oder auch alternative Investments.

Die Rolle von Investmentfonds

Am besten erreicht man eine ausgewogene Mischung über Investmentfonds. Dabei sollte man sich mit den Strategien des jeweiligen Fondsmanagers auseinandersetzen. Ein interessantes Kriterium bei der Fondszusammenstellung ist die Beobachtung der Korrelation der verschiedenen Managementansätze untereinander. Einige Fonds verhalten sich in den Korrelationen über die Zeit hinweg relativ stabil, während sich andere Korrelationen bei geänderten Marktbedingungen variieren. Das Ziel sollte es sein, Fonds im Depot zu haben, deren Wertentwicklungen möglichst wenig miteinander korrelieren. Diversifikation entsteht durch unkorrelierte Wertpapiere.

Korrelationen und ihre Auswirkungen bei Börsencrashs

Auch wenn die Korrelationen im Falle von Börsencrashs tendenziell zusammenlaufen, halten sich die Kursverluste bei einem intelligent diversifizierten Portfolio im Crashfall in Grenzen. Allerdings ist ebenso klar, dass man in Zeiten, in denen nur wenige hochkapitalisierte Aktien die Märkte dominieren, das Nachsehen haben kann.

Fazit: Der Wert einer intelligenten Diversifikation

Insgesamt habe ich bei meinen Anlegern festgestellt, dass guter Schlaf ebenfalls einen Wert hat.

 

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Investieren in Deutschland?

Investieren in Deutschland?

Der deutsche Aktienmarkt hat im Jahr 2025 – je nach Index – bislang zwischen 20 und 25 Prozent an Wert zugelegt. Einige Politiker sehen darin ein Zeichen, dass es der deutschen Wirtschaft gut geht. Doch ist die DAX-Familie tatsächlich ein verlässlicher Indikator für den Zustand der heimischen Wirtschaft?

Zunächst gilt es zu berücksichtigen, dass mehr als die Hälfte der DAX-40-Unternehmen in ausländischer Hand ist. Die Investoren dieser Unternehemen gaben der schwarz-roten Regierung zu Jahresbeginn Vorschusslorbeeren und sorgten für ein regelrechtes Kursfeuerwerk – unterbrochen vom „Liberation Day“ – bis hin zu den Höchstständen im Juli. Inzwischen hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass es abgesehen von steigender Neuverschuldung kaum Reformen geben wird, die ihren Namen verdienen. Seit August stagnieren die Kurse.

Was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft und für Anleger?

Rund 80 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften die DAX-Unternehmen im Ausland. Während sie dort weiter investieren – begünstigt durch attraktive Rahmenbedingungen –, werden in Deutschland zunehmend Standorte abgebaut. Daraus folgt: Weder sollten Politiker das „Weiter so“ propagieren, nur weil es dem DAX 40 gut geht, noch sollten Investoren den deutschen Markt pauschal meiden, auch wenn die heimische Wirtschaft vermutlich dauerhaft schrumpfen wird, weil strukturelle Probleme ungelöst bleiben.

Besonders herausfordernd ist die Lage für kleinere Unternehmen. Je kleiner ein Unternehmen, desto stärker ist es in der Regel vom deutschen Markt abhängig. Für Anleger bedeutet das: genau hinsehen. Es gilt, die Abhängigkeit vom Inlandsgeschäft sorgfältig zu prüfen. Das heißt jedoch nicht, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) grundsätzlich zu meiden wären. Auch in einem schwächelnden volkswirtschaftlichen Umfeld können Geschäftsmodelle erfolgreich wachsen – zumal viele KMU derzeit attraktiv bewertet sind.

Wer sicherstellen möchte, dass investiertes Kapital sinnvoll eingesetzt wird, sollte auf erfahrene, aktiv verwaltende Fondsmanager setzen. Sie können durch gründliche Analyse jene Unternehmen identifizieren, die  auch in schwierigen Zeiten überzeugen und nachhaltig Wert schaffen.

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