Aktiv oder Passiv?

Aktiv oder Passiv?

Die meisten Medien sind sich einig: Passives Anlegen sei günstiger – und damit besser. Dabei entsteht leicht der Eindruck, dass Kapitalanlage im Wesentlichen eine Frage der Kostenvermeidung ist und Kompetenz nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die vermeintliche Überlegenheit passiver Investments stark von der jeweiligen Marktphase abhängt. Oft wird als Beleg die Entwicklung des MSCI World herangezogen. Dieser Index bildet die weltweiten Aktienmärkte ab und war in den vergangenen rund 18 Jahren – insbesondere für europäische Anleger – tatsächlich schwer zu übertreffen.

Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der Währungsentwicklung. Der US-Dollar stieg über viele Jahre hinweg gegenüber dem Euro nahezu kontinuierlich an – von etwa 1,60 bis zeitweise unter die Parität im Jahr 2022. Davon profitierten Anleger, die im MSCI World investiert waren, da rund 70 Prozent des Index in US-Werten notieren. Nach der Dotcom-Blase hingegen war die Situation umgekehrt: Der Euro gewann deutlich an Stärke, und es war für europäische Anleger vergleichsweise leicht, den MSCI World zu übertreffen.

Europäische Investoren neigen ohnehin dazu, einen höheren Anteil in heimische Märkte zu investieren, da der Euro als Basiswährung mehr Planungssicherheit bietet. Wer jedoch ausschließlich auf den MSCI World setzte, profitierte in den vergangenen Jahren zusätzlich vom starken Dollar und vom Kursfeuerwerk der sogenannten „Magnificent Seven“, die inzwischen knapp ein Viertel des Index ausmachen. Im Vergleich dazu ist der DAX mit rund 2,5 Prozent nur schwach vertreten.

Doch ist ein solches, stark fokussiertes Investment langfristig sinnvoll? Das Jahr 2025 deutet bereits an, dass ein schwächerer US-Dollar die Rendite deutlich belasten kann. Eine breitere Diversifikation erscheint daher ratsam – zumal Währungsentwicklungen langfristig kaum vorhersehbar sind.

Wer sein Depot breiter aufstellt, muss jedoch aktiv entscheiden, welche Märkte und Sektoren berücksichtigt werden sollen. Zwar lassen sich auch solche Strategien mit ETFs umsetzen, doch nicht in allen Marktsegmenten sind passive Ansätze sinnvoll. Je spezieller der Markt, desto stärker lohnt sich aktives Management – etwa bei Small Caps oder in Frontier Markets. Hier können erfahrene Fondsmanager deutliche Mehrwerte schaffen.

Für die Zusammensetzung eines ausgewogenen Portfolios sind aktive Entscheidungen unerlässlich. Der MSCI World allein reicht für ein wirklich diversifiziertes Aktienportfolio nicht aus. Wie bereits zwischen Dotcom-Blase und Finanzkrise zeigen auch die jüngsten Entwicklungen, dass aktives Management in bestimmten Marktphasen helfen kann, bei moderatem Risiko attraktive Renditen zu erzielen.

Wer diese Entscheidungen nicht selbst treffen möchte oder kann, sollte sich intensiv mit den Märkten beschäftigen – oder die Unterstützung eines kompetenten, unabhängigen Finanzberaters suchen. Eine professionelle Begleitung kann Fehlallokationen vermeiden und ist langfristig ihr Geld wert.

Investieren in Deutschland?

Investieren in Deutschland?

Der deutsche Aktienmarkt hat im Jahr 2025 – je nach Index – bislang zwischen 20 und 25 Prozent an Wert zugelegt. Einige Politiker sehen darin ein Zeichen, dass es der deutschen Wirtschaft gut geht. Doch ist die DAX-Familie tatsächlich ein verlässlicher Indikator für den Zustand der heimischen Wirtschaft?

Zunächst gilt es zu berücksichtigen, dass mehr als die Hälfte der DAX-40-Unternehmen in ausländischer Hand ist. Die Investoren dieser Unternehemen gaben der schwarz-roten Regierung zu Jahresbeginn Vorschusslorbeeren und sorgten für ein regelrechtes Kursfeuerwerk – unterbrochen vom „Liberation Day“ – bis hin zu den Höchstständen im Juli. Inzwischen hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass es abgesehen von steigender Neuverschuldung kaum Reformen geben wird, die ihren Namen verdienen. Seit August stagnieren die Kurse.

Was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft und für Anleger?

Rund 80 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften die DAX-Unternehmen im Ausland. Während sie dort weiter investieren – begünstigt durch attraktive Rahmenbedingungen –, werden in Deutschland zunehmend Standorte abgebaut. Daraus folgt: Weder sollten Politiker das „Weiter so“ propagieren, nur weil es dem DAX 40 gut geht, noch sollten Investoren den deutschen Markt pauschal meiden, auch wenn die heimische Wirtschaft vermutlich dauerhaft schrumpfen wird, weil strukturelle Probleme ungelöst bleiben.

Besonders herausfordernd ist die Lage für kleinere Unternehmen. Je kleiner ein Unternehmen, desto stärker ist es in der Regel vom deutschen Markt abhängig. Für Anleger bedeutet das: genau hinsehen. Es gilt, die Abhängigkeit vom Inlandsgeschäft sorgfältig zu prüfen. Das heißt jedoch nicht, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) grundsätzlich zu meiden wären. Auch in einem schwächelnden volkswirtschaftlichen Umfeld können Geschäftsmodelle erfolgreich wachsen – zumal viele KMU derzeit attraktiv bewertet sind.

Wer sicherstellen möchte, dass investiertes Kapital sinnvoll eingesetzt wird, sollte auf erfahrene, aktiv verwaltende Fondsmanager setzen. Sie können durch gründliche Analyse jene Unternehmen identifizieren, die  auch in schwierigen Zeiten überzeugen und nachhaltig Wert schaffen.

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