Investieren in Deutschland?

Investieren in Deutschland?

Der deutsche Aktienmarkt hat im Jahr 2025 – je nach Index – bislang zwischen 20 und 25 Prozent an Wert zugelegt. Einige Politiker sehen darin ein Zeichen, dass es der deutschen Wirtschaft gut geht. Doch ist die DAX-Familie tatsächlich ein verlässlicher Indikator für den Zustand der heimischen Wirtschaft?

Zunächst gilt es zu berücksichtigen, dass mehr als die Hälfte der DAX-40-Unternehmen in ausländischer Hand ist. Die Investoren dieser Unternehemen gaben der schwarz-roten Regierung zu Jahresbeginn Vorschusslorbeeren und sorgten für ein regelrechtes Kursfeuerwerk – unterbrochen vom „Liberation Day“ – bis hin zu den Höchstständen im Juli. Inzwischen hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass es abgesehen von steigender Neuverschuldung kaum Reformen geben wird, die ihren Namen verdienen. Seit August stagnieren die Kurse.

Was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft und für Anleger?

Rund 80 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften die DAX-Unternehmen im Ausland. Während sie dort weiter investieren – begünstigt durch attraktive Rahmenbedingungen –, werden in Deutschland zunehmend Standorte abgebaut. Daraus folgt: Weder sollten Politiker das „Weiter so“ propagieren, nur weil es dem DAX 40 gut geht, noch sollten Investoren den deutschen Markt pauschal meiden, auch wenn die heimische Wirtschaft vermutlich dauerhaft schrumpfen wird, weil strukturelle Probleme ungelöst bleiben.

Besonders herausfordernd ist die Lage für kleinere Unternehmen. Je kleiner ein Unternehmen, desto stärker ist es in der Regel vom deutschen Markt abhängig. Für Anleger bedeutet das: genau hinsehen. Es gilt, die Abhängigkeit vom Inlandsgeschäft sorgfältig zu prüfen. Das heißt jedoch nicht, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) grundsätzlich zu meiden wären. Auch in einem schwächelnden volkswirtschaftlichen Umfeld können Geschäftsmodelle erfolgreich wachsen – zumal viele KMU derzeit attraktiv bewertet sind.

Wer sicherstellen möchte, dass investiertes Kapital sinnvoll eingesetzt wird, sollte auf erfahrene, aktiv verwaltende Fondsmanager setzen. Sie können durch gründliche Analyse jene Unternehmen identifizieren, die  auch in schwierigen Zeiten überzeugen und nachhaltig Wert schaffen.

Zum Artikel