Zinsen auf Rekordniveau: Was ist bei der Portfolioallokation zu beachten?

Zinsen auf Rekordniveau: Was ist bei der Portfolioallokation zu beachten?

Sowohl in den USA als auch in Deutschland haben die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen das höchste Niveau seit 2007 bzw. 2011 erreicht; japanische Anleiherenditen verzeichnen sogar den höchsten Stand seit 1996. Diese Entwicklung ist einerseits auf die weltweit ausufernde Staatsverschuldung zurückzuführen, andererseits auf die zunehmende Konkurrenz durch massive Anleiheemissionen von Hyperscalern.

Hinzu kommen inflationäre Tendenzen, die durch geopolitische Verknappungen wie im Ölsektor begünstigt werden. Die steigende Verschuldung wird langfristig zu einer Verschlechterung der Bonität insbesondere bei westlichen Industrieländern und damit zu einem schwindenden Vertrauen führen. Meiner Prognose nach werden in naher Zukunft die Staatsausgaben maßgeblich von Anleiheinvestoren bestimmt.

Die Zinszahlungen schrauben sich in einer Negativspirale nach oben – angetrieben durch den höheren Schuldenstand und steigende Kupons, die aufgrund verschlechterter Bonitäten gefordert werden. Folglich werden viele Staaten gezwungen sein, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, was sie sich – wie hier am Beispiel von Deutschland – an aufgeblähten Staatsapparaten, sozialen Leistungen, Rentenzuschüssen oder Entwicklungshilfen oder Finanzierung von NGOs noch leisten können.

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Diversifizierte Asset-Allokation hat doch ihre Vorzüge

Diversifizierte Asset-Allokation hat doch ihre Vorzüge

Jahrelang galt man als ausreichend diversifiziert, wenn man den MSCI World in seinem Portfolio hatte. Wenn wir ehrlich sind, hätten oft auch schon sieben Werte ausgereicht. Und das Ganze schien endlos weiterzulaufen, denn jeder Zufluss in die gehypten MSCI-World-ETFs oder auch S&P-ETFs führte zu weiteren Kurssteigerungen. Da zudem die Quartalsergebnisse der „Magnificent Seven“ (die sieben größten US-Technologieaktien) häufig positiv überraschten, spielten irgendwann die Bewertungen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Das ging so lange gut, bis das chinesische Unternehmen DeepSeek bekanntgab, dass es auf KI-Ebene mit deutlich weniger Aufwand die gleiche Leistung erbringen könne wie die führenden US-Unternehmen. Seitdem hat sich die Situation verändert.

Entwicklung auf den deutschen und europäischen Märkten

Aktuell scheint der deutsche und auch der europäische Aktienmarkt durch die als „Vermögen“ bezeichnete Mega-Neuverschuldung des Bundes etwas Oberwasser zu bekommen. Dies zeigt sich sowohl in einer besseren Performance im Vergleich zum US-Markt als auch durch eine Währung, die sich freundlich entwickelt hat. Gleichzeitig haben die Rentenmärkte einen Anstieg der Inflation antizipiert.

Die Notwendigkeit einer breiten Diversifikation

In diesen Zeiten, die durch hohe politische, geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt sind, macht es wieder Sinn, breit aufgestellt zu sein. So war es in diesem Jahr vorteilhaft, neben den zweifellos überall vertretenen US-Aktien auch einige europäische Aktien im Portfolio zu haben. Auch bei Anleihen sollte man sich breiter aufstellen, denn die vermeintlich „sicheren“ 10-jährigen deutschen Staatsanleihen gerieten nach dem Katastrophenjahr 2022 durch das Schuldenpaket erneut unter starken Druck.

Weitere Optionen können im Rahmen der Diversifikation ebenfalls eine Rolle spielen, wie etwa Edelmetalle, deren Minenaktien oder auch alternative Investments.

Die Rolle von Investmentfonds

Am besten erreicht man eine ausgewogene Mischung über Investmentfonds. Dabei sollte man sich mit den Strategien des jeweiligen Fondsmanagers auseinandersetzen. Ein interessantes Kriterium bei der Fondszusammenstellung ist die Beobachtung der Korrelation der verschiedenen Managementansätze untereinander. Einige Fonds verhalten sich in den Korrelationen über die Zeit hinweg relativ stabil, während sich andere Korrelationen bei geänderten Marktbedingungen variieren. Das Ziel sollte es sein, Fonds im Depot zu haben, deren Wertentwicklungen möglichst wenig miteinander korrelieren. Diversifikation entsteht durch unkorrelierte Wertpapiere.

Korrelationen und ihre Auswirkungen bei Börsencrashs

Auch wenn die Korrelationen im Falle von Börsencrashs tendenziell zusammenlaufen, halten sich die Kursverluste bei einem intelligent diversifizierten Portfolio im Crashfall in Grenzen. Allerdings ist ebenso klar, dass man in Zeiten, in denen nur wenige hochkapitalisierte Aktien die Märkte dominieren, das Nachsehen haben kann.

Fazit: Der Wert einer intelligenten Diversifikation

Insgesamt habe ich bei meinen Anlegern festgestellt, dass guter Schlaf ebenfalls einen Wert hat.

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